*05.03.2024 – † 27.03.2024

Daniel Kahnemann

Psychologe, Hochschullehrer und Nobelpreisträger

Werk und Leben

Bekannt wurden vor allem seine Arbeiten zu Urteilsheuristiken und kognitiven Verzerrungen.[8][9] Steven Pinker nannte Kahneman den „wichtigsten lebenden Psychologen“.

Daniel Kahneman und Amos Tversky legten die Grundlagen der Verhaltensökonomik.[9] Sie entwickelten die Prospect Theory, um menschliche Urteile bei wirtschaftlichen Entscheidungen realistischer als im traditionellen Kosten-Nutzen-Modell und als Homo oeconomicus zu modellieren.[10] Ein Framing-Effekt sorgt dafür, dass Entscheidungen abhängig von äußeren Einflüssen getroffen werden: Bei der Wahl zwischen zwei Programmen gegen eine bedrohliche Seuche wurde einmal formuliert: Ein Programm rettet sicher 200 Menschen, das andere mit einer Wahrscheinlichkeit von zwei Dritteln alle 600. Die meisten waren für das erste Programm. Anders wurde formuliert: Bei einem Programm sterben 400 Personen, beim anderen mit einer Wahrscheinlichkeit von einem Drittel kein einziger. Die meisten wollten das zweite Programm. Die Schlussfolgerung ist: Die Menschen fürchten Verluste mehr, als dass sie Gewinne wertschätzen.[11]

Galten Kahneman und Tversky an der Hebräischen Universität anfangs als Rivalen, so legte sich das im Jahr 1969. Danach saßen sie häufig zusammen in einem Seminarraum. Tverskys Ehefrau sagte später, jene Beziehung sei intensiver gewesen als eine Ehe.[12]

2012 nahm er Stellung zur Reduplikationskrise der Sozialpsychologie, die eingetreten war, als viele Studien sich als nicht replizierbar erwiesen, und schlug ein Redupliationskarussell vor.

In einem Interview erklärte Kahneman 2013 den Gegensatz seines Ansatzes zur Chicagoer Schule und dass es darauf ankomme, ein Umfeld zu schaffen, „das einerseits die persönliche Freiheit gewährleistet und andererseits die Leute dazu bringt, Entscheidungen zu treffen, die sie später nicht bereuen“.[13]

2015 wurde Kahneman von der Wochenzeitschrift The Economist auf Rang 7 der weltweit einflussreichsten Ökonomen geführt.

Literatur

Schnelles Denken, langsames Denken

Notizen

Zur Übersicht